mehralslaufen
Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Die Schattenspringerin

Sie springt im Schatten von Ariane Friedrich – Meike Kröger. Die gebürtige Berlinerin und Architekturstudentin will hoch hinaus, sie will die 2-Meter-Hürde knacken. Trotz aller Konkurrenz im eigenen Team.

maikekroeger_klein

Meike Kröger, Hochspringerin

Geburtstag: 21. Juli 1986

Geburtsort: Berlin

Beruf: Architekturstudentin

Persönliche Bestleistung: 1,93 Meter (2009)

Motto: Mit dem Spaß kommt der Erfolg

Interview: Jade-Yasmin Tänzler

Macht das gemeinsame Training in Kienbaum Spaß oder strapaziert es zusätzlich die Nerven?

Ich freue mich, dass ich dabei sein kann. Ich freue mich auch, die Stimmung hier mitzunehmen. Man kannte sich vorher vielleicht auch nicht persönlich, und hier hat man die Chance, sich vor dem Wettkampf noch gegenseitig kennenzulernen. Ich kann mich hier konzentriert vorbereiten. Aber es ist schon irgendwie komisch. Ich komme aus Berlin, fahre dann nach Kienbaum, und dann wieder zurück nach Berlin.

Der Hochsprung-Wettkampf in der eigenen Stadt, wie fühlt sich das für Sie an?

Ich freue mich total. Es kommen auch meine Freunde und meine Familie. Ich hoffe auf die Unterstützung, und darauf, dass ich in Berlin einfach ein bisschen lockerer sein kann. Lockerer, als wenn ich vor unbekannter Kulisse springen müsste. Den Boden habe ich bei den Berliner Meisterschaften auch schon ausgetestet, es gibt ja die Teststadien mit dem gleichen blauen Boden. Der hat sich sehr gut angefühlt.

Wie kann man sich Ihre Zeit vor dem Wettkampf vorstellen?

Die letzten Tage wird eigentlich immer weniger trainiert und sich mehr erholt. Dadurch kann ich mich psychisch auf den Wettkampf vorbereiten. Man aktiviert noch einmal alle Reserven und versucht, keinen Stress zu haben.

Wie aktivieren Sie im Wettkampfs alles, was Sie im Training vorbereitet haben?

Da muss ich aus der Routine leben und hoffen, dass ich den Sprungablauf oft genug trainiert habe. Ich versuche dann, alles aus dem Training abzurufen.

Bei Spitzenleistungen wird oft spekuliert, ob nicht Doping mit im Spiel war. Trübt das Ihre Stimmung?

Es ist auf jeden Fall schade für alle Athleten. Ich kann das verstehen, dass da der eine oder andere Athlet sauer wird, weil er sich damit beschäftigen muss. Es ist ja auch jedem klar, dass es bei der Weltmeisterschaft Athleten geben wird, die nicht sauber an den Start gehen, aber damit müssen wir leben. Das kann man einfach nicht ändern.

Kennen Sie Ihre Konkurrentinnen?

Ein paar Konkurrentinnen kenne ich von vorigen Wettkämpfen und Meetings. Ich habe mir auch die Liste der Teilnehmer angesehen. Aber wer dann wirklich startet, sehe ich dann, wenn ich im Olympiastadion bin. Aber vor meinem Wettkampf gucke ich mir die anderen auch lieber nicht so genau an.

Ariane Friedrich sorgt mit Ihren Leistungen momentan für Schlagzeilen. Erhöht das den Druck auf Sie, da Sie in der gleichen Disziplin starten?

Eigentlich eher nicht. Ich habe weniger Druck, als wenn wir auf dem gleichen Level wären. So konzentrieren sich alle auf Ariane und ich kann mein eigenes Ding machen. Das macht es für mich etwas lockerer.

Kommentieren