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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

“Kein Diplomat im Trainingsanzug”

PK Harting

Robert Harting, DLV-Vize Eike Emrich und Pressesprecher Peter Schmitt. (Foto: Klaubert)

Von David Klaubert und Sabrina Ehrle

Nach der öffentlichen Empörung über seine Äußerungen über Doping-Opfer hat sich der frisch gebackene Diskus-Weltmeister Robert Harting entschuldigt. “Lassen Sie uns doch wieder über Sport reden”, forderte er heute auf einer Pressekonferenz.

Robert Hartings Entschuldigung im Wortlaut:

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Laut Medienberichten hatte Harting am Dienstag in der Mixed Zone im Stadion gesagt: “Wenn der Diskus auf dem Rasen aufspringt, soll er gleich gegen eine der Brillen springen, die die Doping-Opfer hier verteilt haben. Aber ich bin kein Mörder, ich will nur, dass sie wirklich nichts mehr sehen.” Damit spielte er auf die Aktion des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOHV) an, der während der WM 20.000 Pappbrillen verteilen lässt, um auf den im Verborgenen stattfindenden Doping-Missbrauch aufmerksam zu machen.

Rückendeckung bekam Harting nun von DLV-Vizepräsident Eike Emrich. Für ihn sei der 24-Jährige “kein Diplomat im Trainingsanzug”, sondern ein großer Sportler, der noch Zeit brauche, sich zu entwickeln. Innerhalb des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sei zu keinem Zeitpunkt über Konsequenzen für den umstrittenen Sportler nachgedacht worden, sagte Emrich.

Auf die Frage, ob er seine Vorbildfunktion gegenüber der Jugend noch erfülle, reagierte Harting ironisch: “Wohl so ziemlich gar nicht mehr. Reicht das?” Dennoch hofft der Lokalmatador, mit seinem Weltmeister-Titel seinen Sport wieder populärer zu machen. “Die Leichtathletik ist zurück in Deutschland”, sagte er.

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