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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Gold verpasst – und trotzdem glücklich

Von Simon Kremer und Patricio Farrell

Magische Momente: Hochspringerin Ariane Friedrich freute sich über ihre Bronze-Medaille,  als ob es Gold gewesen wäre. Die Stimmung im Stadion sei magisch gewesen. Nur Usain Bolt habe sie ein wenig aus dem Konzept gebracht.

Bronzemedaillengewinnerin Ariane Friedirch signniert das Trikot für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Simon Kremer

Bronzemedaillengewinnerin Ariane Friedirch signniert das Trikot für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Simon Kremer

Gold verpasst und trotzdem glücklich: Ariane Friedrich freute sich über ihre Bronzemedaille, die sie gestern beim Hochsprung der Frauen gewonnen hat. “Es war spannend, es war bewegend”, sagte die glückliche Athletin.

Auf die Frage, ob sie wehmütig darüber sei, dass sie keine Goldmedaille gewonnen habe, antwortete sie spontan und ehrlich: “Nee! Das war meine erste Leichtathletik-WM.” Eher habe sie sich über die jungen Männer, die “Ariane Friedrich” auf ihren Oberkörper geschrieben hatten, gefreut. “Daraus ziehe ich viel Motivation.”

Ihre Einstellung zu Blanka Vlasic, die Gold gewann, habe sich nicht verändert. “Wir sind gesunde Konkurrentinnen. Es gibt gar keinen Zickenkrieg.” Allerdings habe Usain Bolt sie ein bisschen aufgemischt, als er parallel den Weltrekord aufstellte. Deswegen übersprang sie die 2,02 Meter erst im dritten Anlauf. Ihr spontaner Entschluss die 2,06 Meter anzugehen und somit die 2,04 Meter zu übergehen, sei allein von ihr gekommen – und nicht von ihrem Trainer. Vor ihrem Sprung legte sie den Finger auf ihren Mund und brachte damit knapp 60.000 Menschen zur Stille. “Es war schon so eine magische Stimmung”, sagte Friedrich.

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Ihre Wettkampfeinstellung, die häufig als sehr exzentrisch wahrgenommen wird, sei authentisch. “Ich bin so, wie ich bin und das ist gut so.”

DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow beschwerte sich über einen Artikel, der in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist. Dort sei geschrieben worden, dass er Sprintern eine wesentlich höhere Bedeutung eingeräumt habe, als allen anderen Athleten. Dies habe er so nicht gesagt. “Gegen Doping, starke Gegner und für mehr Anerkennung kämpfen wir”, sagte Mallow.

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