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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Live: Kein Gewinner, aber drei Sieger

Siegen kann man auch ohne Goldmedaille. Nur Raul Spank (2. von links) holte Bronze für das Deutsche Team.

Siegen kann man auch ohne Goldmedaille. Raul Spank (2. von links) holte Bronze für das Deutsche Team. Außerdem auf dem Podium: Professor Eike Emrich, DLV-Pressesprecher Peter Schmitt (Mitte), André Höhne (2. von rechts, 5. über 50 Km Gehen) und Nadine Müller (ganz rechts, 6. Platz Diskus).

Von Silke Hans und Johannes Himmelreich

Eine Medaille hat der deutsche Kader am vergangenen Tag erkämpft: Bronze für den Hochspringer Raul Spank. Auf dem Podium präsentieren sich am Tag nach ihren Wettkämpfen außerdem Nadine Müller (ganz rechts) und André Höhne (2. von rechts). Nadine Müller warf ihren Diskus auf 62,04 Meter und sich selbst damit auf den sechsten Platz, André Höhne kämpfte sich beim 50 Kilometer Gehen der Männer auf den fünften Platz.

Einen umjubelten Star, einen strahlendes Gesicht, den großen Gewinner des Tages hat das Team heute nicht zu bieten. Außerhalb der Leichtathletik sind die Namen, die man hier auf den Schildchen sieht üblicherweise unbekannt.

Also wo fangen wir an? Jeder der Sportler hat seine Geschichte zu erzählen, hatte eine Herausforderung zu bewältigen. Raul Spank, der seinen Siegeswillen am lautesten ausspricht, sah sich unter Druck vor heimischem Publikum zu Weltklasseleistungen aufzuschließen. Die anwesenden Journalisten interessierten sich vornehmlich für bunte Anekdoten: Wie es wohl sei mit der Tochter des Trainers lieert zu sein?

Raul Spank dazu:

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Oder wie es zu dem Ritual gekommen sei am Tag vor dem Wettkampf eine Pizza zu verspeisen?

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Nadine Müller sollte sich dazu äußern, wie es denn nun sei und was sie davon halte, plötzlich alleinige Deutsche zu sein, da ihre Konkurrentin Franka Dietzsch schaffe es nicht ins Finale geschafft hat.

André Höhne musste gestern vor allem sich selbst beweisen, dass er es kann. “Ich wusste ja, dass ich ein Pfund drauf habe, so wie ich trainiert habe.” Seinen enttäuschenden 14. Platz über 20 Kilometer wollte er so ausbügeln. Das hat geklappt und er scheint erleichtert darüber, auch wenn ihm jetzt jede Faser im Körper Schmerzen bereitet. Nach der Pressekonferenz und der Fragestunden der Journalisten, humpelt er von Kleiderständer zu Kleiderständer in dem Sportgeschäft, einen Apfel mampfend.

Hier und heute wurde deutlich, worum es den Sportlern im Wettkampf geht: Alles geben und bis zum Letzten gehen, anders kann man am Ende nicht mit sich zufrieden sein kann. Man müsse diese “pseudosakralen Passionswege” gehen, so Professor Emrich. Über diese Einstellung, vor allem sie bei seinen Kollegen zu finden, freute sich Raul Spank. Er hatte mangelnden Biss und Willen der Deutschen Athleten während der Olympischen Spiele im vergangenen Jahr kritisiert. Das habe wohl auch mit dem gesunkenen Altersdurchschnitt im heutigen Team zu tun, so Spank.

Erlöst von ihren Aufgaben, gleichzeit in Trauer um die verlorene Vorfreude auf den Wettkampf, sitzt auf dem Podium der Pressekonferenz an diesem Morgen kein großer Gewinner, aber es sitzten dort drei Sieger.

Doch mit dem Fragen beantworten auf dem Podium war die “zweite Disziplin” dieser WM, den Journalisten nett Auskunft zu geben, noch nicht vorbei.

Auch uns haben Raul Pank, André Höhne und Nadine Müller einige Fragen beantwortet.

Raul Spank

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André Höhne

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Nadine Müller

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