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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Freiwillig in die Langeweile

von Johannes Himmelreich und Dorothee Torebko

Keine Arbeit? Volunteers im Olympiastadion halten Ausschau nach Beschäftigung: Es gibt klagen, es gebe zu wenig zu tun.

Keine Arbeit? Volunteers im Olympiastadion halten Ausschau nach Beschäftigung: Es gibt Klagen, es gebe zu wenig zu tun. (Foto: Röhlig)

Volunteer bei der Leichtathletik WM sein, ganz getreu dem Spruch “Mittendrin statt nur dabei” – mehr als 5.000 Menschen hatten sich dafür beworben, freiwillig bei dem Event zu helfen. Die Helfer sind zwischen 18 und 79 Jahre alt und man sieht sie überall in der Stadt, sie sind rund um die WM im Einsatz. Doch nicht alle sind mit ihren Aufgaben zufrieden. Was haben denn Volunteers zu tun?

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Doch die Probleme begannen schon vor der WM, sagen die Volunteers, die unerkannt bleiben wollen. Sie mussten insgesamt drei Mal auf eigene Kosten anreisen, das hätten viele bereits als sehr störend empfunden. Ein Mal zum Auswahlgespräch, ein Mal zur Schulung und schließlich für die WM selbst.

3.800 Bewerber hat das Organisationskommitte BOC zu Auswahlgesprächen eingeladen. Auswahlkriterien waren unter anderem Sprachkenntnisse und Vorerfahrungen als Volunteer bei Veranstaltungen. Vielleicht waren auch dadurch die Erwartungen der Bewerber sehr hoch angesetzt, die Ernüchterung kam dann recht schnell.

Viele überlegten sich abzubrechen, so die Volunteers. Doch wenn man schon mal angefangen habe, könne man auch noch die paar Tage fertig machen. Früher aufhören kann man natürlich, aber das ist nicht ganz so einfach. Mindestens fünf Tage müssen die Helfer wenigstens ihre Anwesenheit eintragen, sonst müssen sie die Ausrüstung, die sie als Belohnung für ihre Arbeit bekommen haben wieder zurück geben. Die soll immerhin 500 Euro wert sein.

Der Chefkoordinator der Volunteerprogramms, Kai Apelt vom BOC, ist für alle Belange rund um das Freiwilligenprogramm zuständig. Hat er falsch geplant?

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Klar, es ist kein Unglück, eine Woche in Berlin wirklich mittendrin zu sein, auch wenn man einen großen Teil der Zeit nur dabei steht. Vielleicht ist es sogar typisch deutsch, die Unterbeschäftigung so negativ zu sehen, vielleicht haben die Volunteers mehr erwartet als versprochen wurde. Das ist aber alles kein Problem. Nervig wird das alleine erst dadurch, dass das BOC, den Eindruck erweckt, Probleme öffentlich nicht anerkennen zu wollen – wie etwa bei Zuschauerzahlen – oder mögliche Misstände nicht mit bekommt – so wie hier. Die Volunteers grämen sich darüber nicht zu sehr.

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