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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Disziplin: Zungenverknoten

Von Patricio Farrell

Haben Sie schon mal versucht „IAAF“ schnell auszusprechen? Heute morgen unter der Dusche bin ich kläglich gescheitert: I-Ahhh-Eff. Aussprechen lässt sich die Abkürzung für den Leichtathletik-Dachverband nicht so einfach. Klar I-A-A-F kann jeder sagen. Aber wenn es mal schnell gehen soll, wird selbst aus dem bereits wenig vorteilhaften Eselruf I-Ahh-Eff sogar noch ein Jaahff.

Armer, armer Dachverband! Erst Anfang des Jahres verbale Prügel aus den eigenen Reihen bezogen und nun können wir hier in Deutschland seine Mitglieder noch nicht einmal gebührend zur Leichtathletik-WM begrüßen. Also ohne Gestotter und Schamröte. Ich könnte mich herausreden: Das Akronym steht schließlich für „International Association of Athletics Federations“, also für einen englischen Begriff. Folgerichtig müsste man dann auch Ei-Ay-Ay-Eff sagen. Aber das wäre ja geschummelt, zumindest bei einer WM in Berlin.

Kuh

"I-A-A-F": Ein tierischer Zungenverknoter (Foto: Dave Wild)

International Association of Athletics Federations. Was soll das denn überhaupt heißen, frage ich mich, während ich aus der Dusche steige. Eine mögliche Übersetzung Marke Eigenbau: Internationaler Verband aller (nationalen) Leichtathletik-Verbände. Das heißt zwei Mal „Verband“. Mir schwant, dass auch die Englisch-Sprechenden hier ein Problem hatten. Denn International Association of Athletics Association (also zweimal Association) würde zu IAAA verkürzt. Und Ei-Ay-Ay-Ay klingt selbst auf Englisch komisch – ein wenig nach Speedy Gonzales.

Na gut, gescheitert. Die Gold-Medaille für Aussprache würde ich nicht bekommen. Davon lasse ich mir den Tag aber auch nicht verderben. Zur Not muss halt der Deutsche-Leichtathletikverband als Lückenbüßer herhalten. DLV geht schließlich locker von der Zunge: De-Äl-Fau. Na, da kann der Tag ja kommen.

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