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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

Live vom 3. Wettkampftag

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Das Olympiastadion in der "blauen Stunde" - schön, aber trotzdem halbleer (Fotos: nsch/tänz)

Das soll es gewesen sein für heute. Mehr aus dem Stadion lesen Sie morgen an dieser Stelle.

Jetzt noch eine kurze Publikumsumfrage: Was war heute ihr WM-Höhepunkt? Unserer war wohl der Stabhochsprung der Frauen, spannungsgeladen und im Nachgang äußerst emotional. Man musste mitleiden mit der armen Silke Spiegelburg, zumal der erste Versuch über 5,75 sie wirklich um Haaresbreite in die Medaillenränge gebracht hätte. Aber auch der Kollaps der 800-Meter-Läuferin beschäftigt uns.

Fazit kurz vor 22 Uhr: Unsere erste Liveerfahrung im Stadion, der Funke springt über, aber ein Feuer entfacht er noch nicht – 80.000 Zuschauerplätze wollen gefüllt sein, eine riesen Herausforderung, die den Organisatoren nicht gelingt.

“WM im Stadion: Der Funke springt über, aber ein Feuer entfacht er noch nicht”

21.45 Im Dreisprung der Frauen, letzter Wettbewerb des Tages, führt Savigne aus Kuba, 14,95 Meter, noch einmal Ovationen vom Publikum, es bleibt bei der Weite und ihrem Titel.

Kommt auch die schnellste Frau der Welt aus Jamaika? Shelly-Ann Fraser ist jedenfalls Favoritin im Finale über 100 Meter der Frauen. Das Rennen wird gehyped wie das vom Vortag, das Stadion allerdings höchstens halb voll. Jetzt der Startschuss! 10,73 Sekunden später ein Fotofinish, Fraser siegt in der drittschnellsten Zeit aller Zeiten. Kein Blick zur Seite und Fraser reißt die Augen weit auf. Woher nur weiß die Siegerin sofort, dass es gereicht hat?

Auch das ist Leistungssport: 100 Meter in 28 Sekunden

21.25 Auch das ist Leistungsport: Ein Fotograf hat die 100 Meter zur Siegerehrung der Weltmeisterin über 3000 Meter Hindernis, Marta Dominguez aus Spanien, in weniger als 28 Sekunden zurueckgelegt. Respekt!

21.21 Tosender Lärm als die letzte Runde über 10.000 Meter beginnt.  Der Sieger – schnellster Weltmeister aller Zeiten – wird gefeiert wie kein Zweiter an diesem Abend. Es ist Kenenisa Bekele aus Äthiopien in 26,45 Minuten.

21.18 Die Olympiasiegerin hat hoch gepokert und alles verloren. Isinbaeva ist enttäuscht aus dem Stadion gestürmt. Die reichste Leichathletin der Welt, unter Vertrag beim chinesischen Sportartikelgiganten Li Ning, kann ihre eigenen Erwartungen und die Vermarktungsmaschinerie, die hinter ihr steht, nicht erfüllen. 25 Weltrekorde haben sie wohl ein wenig leichtsinnig gemacht.

20.30 Silke Spiegelburg scheitert an 4.75 Meter. Enttäuscht schlaegt sie die Hände vor das Gesicht, bittere Tränen.

20.25 Zum Semifinale der 1500 Meter Männer gibt es den Rocksong “Stop the Rock”. Vielleicht sollten sie den Rock wirklich stoppen, denn die Laufer scheinen von der Musik eher abgelenkt als angespornt zu werden.

20.17 Silke Spiegelburg muss persönliche Bestleistung springen, 4.75 Meter, um im Spiel zu bleiben. Die Olympiasiegerin Jelena Isinbaeva ist erst bei 4.75 eingestiegen, was manche für mutig halten – andere für arrogant.

20.13 Mein Kollege schwärmt von den netten Mädels, die im Stadion sind. Nicht nur den Läuferinnen schaut er hinterher. Wer das Rennen macht, kann ich nicht sehen. Er versucht es gar nicht erst.

20.09 1500 Meterlauf der Männer. Leider ohne meinen deutschen Favoriten Carsten Schlangen. Aber ich bin trotzdem gespannt, wer das Rennen macht. Und Start…

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Blaue Stunde im Stadion (Foto nsch)

20.02 Bloggen unter erschwerten Bedingungen. Wir sitzen auf den hinteren Rängen, Ergebnisse sind auf den Leinwänden kaum zu erkennen, und klatschende Fans versperren die Sicht. Aber wir sind im Stadion, atmen WM- Luft und freuen uns, dass das Stadion trotz teilweise leeren Rängen feiert. Leichte Verstimmung ist trotzdem vorhanden. Für ein Ticket von 23 Euro durfte man mehr erwarten. Ich wollte doch Tyson Gay die Hand schütteln, von hier oben wird das wohl nichts.

19.56 Siegerehrung der 100 Meter Männer: Usain Bolt schmettert kräftig seine Nationalhymne auf dem Siegertreppchen. Und auch Tyson Gay lacht zufrieden, als er Silber überreicht bekommt. Bolt kann die Spielchen nicht lassen: Er macht dem drittplatzierten Asafa Powell Hasenohren, als das Siegerfoto geschossen wird.

Ausnahmezustand im slowenischen Fanblock

19.50 Wir sind in eine Gruppe slowenischer Fans geraten, die jubeln, klatschen und Fahnen schwenken, als ihr Landsmann zur Siegerehrung der Männer im Kugelstoßen schreitet: Primoz Kozmus. Die Frau seines Trainers sitzt neben uns und lacht Tränen vor Freude. Heute abend geht’s zum Empfang in die Botschaft, danach “feiern die ganze Nacht”, verrät sie uns.

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19.45 Beim Semifinale der Frauen über 800 Meter geht eine Athletin zu Boden. Sie wird von zwei Helfern aus dem Stadion getragen. Wir erhalten keine weiteren Informationen zu ihrem Zustand. Ein Fotograf knipst sekundenlang Bilder, anstatt ihr zur Hilfe zu eilen. Schockierend!

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Diese 800-Meter-Läuferin kollabiert nach 500 Metern plötzlich. Sie lag minutenlang regungslos da, bevor Ersthelfer eintrafen (Foto nsch)

19.40 Markus Esser (Leverkusen) macht keinen glücklichen Eindruck in der Wurfanlage. Dreimal hintereinander schleudert er den Hammer ins Netz. Sergei Litvinov (Frankfurt) hingegen schlägt sich gut.

19.33 Uhr Stabhochspringerin Anna Battke steht nach zwei Fehlversuchen unter Zugzwang. Reicht es noch für eine Medaille?

19.23 Nadine Kleinert erhält die Silbermedaille für ihre Leistung im Kugelstoßen von gestern abend. In einer feierlichen Zeremonie wird ihr die Medaille verliehen. Die sonst so starke Sportlerin hat Tränen in den Augen.

19.05 Das Semifinale der Frauen: 100 Meter Sprint. Verena Sailer wird vom begeisterten Publikum begrüßt. Doch es reicht nicht für das Finale, sondern mit 11.24 Sekunden nur für Platz sechs. Erste im Semifinale wurde Shelly-Ann Fraser aus Jamaika mit 10.79 Sekunden. Die schnellste je auf deutschem Boden gelaufene Zeit. Vielleicht setzt sie im Finale sogar noch einen drauf.

19.00 Jade Tänzler und Niklas Schenck heute live im Stadion. Die Highlights: Stabhochsprung Frauen, 100 Meter der Frauen und Hammerwurf der Männer. Im Finale Stabhochsprung: Anna Battke schlägt sich gut.

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