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Mehr als Laufen – das Magazin zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin

WM-Finanzen

Was dem einen die Abwrackprämie, ist dem anderen die Weltmeisterschaft: Die Berliner jedenfalls hoffen, dass die Millionen, die sie in die Infrastruktur der WM investiert haben, die Konjunktur ordentlich ankurbeln.

Von David Klaubert

Insgesamt 44 Millionen Euro soll die WM laut Geschäftsplan des Berliner Organisationskomitees kosten. Die Stadt steuert dazu 20 Millionen Euro aus ihrem Haushalt bei. Außerdem hat Berlin 13,3 Millionen Euro für Umbauten am Olympiastadion bereit gestellt. Davon sind etwa acht Millionen Euro für vorübergehende Anpassungen an die speziellen Anforderungen einer Leichtathletik-Weltmeisterschaft. So musste beispielsweise die Pressetribüne, die sich für Fußballspiele in der Mitte des Stadions befand, in die Kurve verlegt werden, damit die Journalisten aus aller Welt die Zieleinläufe der Läufer direkt mitverfolgen können. Außerdem brauchte man für die Wettkämpfe neue Sportgeräte, die von der IAAF für Weltmeisterschaften zertifiziert sind.

Weitere fünf Millionen Euro kosteten kleinere Anpassungen wie neue Beleuchtungsanlagen und eine „unterbrechungsfreie“ Stromversorgung, die vor allem eine ungestörte Live-Übertragung der Wettkämpfe in alle Welt garantieren soll – Bildausfälle wie sie beispielsweise ein Stromausfall während der Fußball-EM in Wien verursacht hatte, sollen vermieden werden.

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Dass sich die Leichtathletik-WM für Berlin trotz dieser hohen Kosten rechnet, behauptet eine Studie der Investitionsbank Berlin (IBB). Demnach bringt das Sportevent des Jahres der Berliner Wirtschaft zusätzliche Umsätze in Millionenhöhe und neue Arbeitsplätze. In einer Modellrechnung – die von 750 000 WM-Besuchern ausgeht – entstehen durch die WM in Berlin in den nächsten vier Jahren 930 Arbeitsplätze, ein zusätzliches BIP von insgesamt 110,9 Millionen Euro und etwa 21,6 Millionen Euro an Mehreinnahmen für das Land Berlin.

Insbesondere Hotel- und Gaststättenbetreiber erhoffen sich von der Leichtathletik-WM zusätzliche Einnahmen. „Wir haben eine Belegung von rund 70 Prozent“, sagte Thomas Langfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Berlin, zu Beginn der WM. „Und das ist sicherlich mehr, als wir in einem August ohne WM zu erwarten hätten.“

2 Comments

  1. Ich werd hier öfter reinschauen, der Artikel war super!

  2. Hab ich ueber Google gefunden… Danke fuer den interessanten Artikel

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